Energiesysteme intelligent und sicher gestalten.

Die Klimakrise mit ihren vielfältigen ökologischen, politischen und gesellschaftlichen Aspekten stellt die Menschheit vor eine ihrer größten Herausforderungen überhaupt. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört die Transformation unseres Energiesystems weg von fossilen und hin zu regenerativen Energien. Wegen der Elektrifizierung der Sektoren Wärme und Verkehr (Sektorenkopplung), liegt hier ein besonderer Schwerpunkt auf der Stromversorgung. Auch die Gasversorgung muss sich hin zu regenerativen Gasen (insbesondere Wasserstoff) fundamental wandeln.

Die neue Bundesregierung möchte die Umsetzung der Energiewende deutlich beschleunigen: „Die Regierung will die Stromversorgung Deutschlands bis 2035 komplett auf erneuerbare Energien umstellen“1Schultz, S. Angriffskrieg auf Ukraine: Regierung will 100 Prozent Ökostrom bis 2035. DER SPIEGEL (Feb. 2022). 2022. und sieht dafür eine Reihe von zusätzlichen neuen Maßnahmen vor (massiver Zubau von Photovoltaik, Windenergie, Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Elektrolyseanlagen etc.). Der Krieg in der Ukraine macht darüber hinaus deutlich bewusst: „Erneuerbare Energien lösen uns von Abhängigkeiten“ 2Lindner zu Krieg in der Ukraine: Erneuerbare Energien sind „Freiheitsenergien“ – Lauterbach stimmt zu. RND RedaktionsNetzwerk Deutschland (Feb. 2022). 2022. . Diese Maßnahmen und Randbedingungen erzeugen einen massiven Handlungsdruck auf die Transformation des gesamten Energiesystems und dessen Betriebsweise.

Durch die zunehmende Komplexität des Energiesystems bei gleichzeitig höchsten Ansprüchen an eine sichere Energieversorgung muss das Energiesystem entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Erzeugung, Transport/Verteilung, Handel und Nutzung „intelligenter“ werden.

Die technologische Zielrichtung ist dafür die Transformation hin zu einer vollautomatisierten Betriebsweise, basierend auf Informationstechnologien, Kommunikationsnetzen, Automatisierungskomponenten und entsprechend intelligenten Betriebsalgorithmen.

Künstliche Intelligenz (KI) mit ihren verschiedenen Teilgebieten, z.B. Maschinelles Lernen (ML), bietet vielfältige methodische Ansätze, um eine neue Stufe der Intelligenz in der Automatisierung zu erreichen. In mehreren Studien3Bremm, S., Linh Le, B., Riechers, L., Mix, L., und Bendjebbour, Y. Künstliche Intelligenz für die Energiewirtschaft. BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. 2020. 4Kratochwill, L., Richard, P., Babilon, L., Rehmann, F., Mamel, S., und Fasbender, S. Künstli-che Intelligenz – vom Hype zur energiewirtschaftlichen Realität. Vertiefte Analyse von KI-An-wendungsfeldern in der Energiewirtschaft. dena-ANALYSE. Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena). 2020. 5Menke, J.-H., Dipp, M., Liu, Z., Ma, C., Schäfer, F., und Braun, M. Applications of Artificial Neural Networks in the Context of Power Systems. In Artificial Intelligence Techniques for a Scala-ble Energy Transition, M. Sayed-Mouchaweh, Ed. Springer International Publishing, Cham, 345–373. 2020. wurden vielfältige Anwendungsfelder und Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Hierbei ist herauszuheben, dass die methodischen Weiterentwicklungen im Bereich der KI eine hohe Dynamik haben und dadurch enorme Fortschritte zu erwarten sind.

Mit dem Innovation Cluster for Cognitive Energy Systems (IC4CES) werden wir durch Einsatz innovativer Methoden der KI einen fundamental wichtigen Lösungsbeitrag für einen sicheren und effizienten Betrieb des komplexer werdenden Energiesystems leisten.

IC4CES greift den Appell von Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., auf: „Lassen Sie uns gemeinsam die Energiewirtschaft zu einem Leitsektor für die Anwendung von Künstlicher Intelligenz machen!“6Bremm, S., Linh Le, B., Riechers, L., Mix, L., und Bendjebbour, Y. Künstliche Intelligenz für die Energiewirtschaft. BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. 2020. . Langfristig möchte IC4CES mit der Vision von Kognitiven Energiesystemen noch einen wesentlichen Schritt weiter gehen. Kognition bedeutet, ein (technisches) Bewusstsein der eigenen Wirkungsmöglichkeiten zu haben, die Umgebung umfangreich wahrzunehmen und durch Analyse-, Lern- und Problemlösungsmechanismen selbständig Antworten für sich verändernde Aufgabenstellungen zu erarbeiten und umzusetzen.

Ziel von IC4CES ist es, mit innovativen Methoden der Künstlichen Intelligenz Kognitive Energiesysteme zu ermöglichen und unter Einbindung von Akteuren aus Forschung, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zu realisieren, damit eine sichere Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien möglich ist.

Die Struktur des Clusters

Die wirtschaftlichen, politischen, ökologischen und technischen Rahmenbedingungen für IC4CES sind hochgradig dynamisch und erfordern ein agiles Vorgehensmodell. In IC4CES greifen wir diese Herausforderungen mit einem Kooperationsmodell für Open Innovation auf, das auf drei zentralen Komponenten einer Innovationspipeline beruht:

In IC4CES sollen aus Ideen sehr schnell spezifische Lösungen für die Energiebranche entstehen. Bei IC4CES hat, im Sinne von Open Innovation, das Ideenökosystem “Ideas Ecosystem” (IE4CES) die Aufgabe, Ideen zu generieren bzw. aufzunehmen und daraus Erkenntnisse abzuleiten (z.B. in Form von Prototypen, Veröffentlichungen oder Patenten), welche dann mit Hilfe der Entwicklungsplattform “Development Plattform” (DP4CES) in Kompetenzen und Demonstratoren umgewandelt werden. Das Anwendungszentrum “Transfer Center” (TC4CES) bereitet diese dann anwendungsspezifisch so auf, dass sie schnell in Form von konkreten Lösungen, Wissenstransfer und Leistungsanbietern, wie Start-Ups, zum Einsatz im Energiesystem kommen können.

Innovationspipeline entlang der technologischen Entwicklungsstufen.

Aufgrund der vielen Dimensionen und der großen Breite des Themas Kognitive Energiesysteme umfasst das Konsortium von IC4CES Forschungspartner (z.B. KI und Energiesysteme), Industriepartner im Bereich der grundlegenden Technologieentwicklung (z.B. Software für Datenanalyse), Industriepartner entlang der gesamten Wertschöpfungskette (z.B. Erzeugung, Handel, Nutzung) sowie Netzwerkpartner.

In weiteren Umsetzungsphasen wird das durchschnittliche TRL der Projekte steigen und sich gemäß der Vision von Kognitiven Energiesystemen der Fokus von „KI für Energiesysteme“ mehr in Richtung „KI in Energiesystemen“ verschieben. Insbesondere wird die Zahl der Akteure ständig erweitert und die Zahl der (geförderten oder nicht geförderten) Projekte im Umfeld von IC4CES ständig vergrößert.

Oberstes Ziel der Clusters4Future-Förderrichtlinie 7Richtlinie zur Förderung von regionalen Innovationsnetzwerken: „Zukunftscluster-Initiative“ (Clusters4Future). BAnz AT 16.11.2020 B6. In Bundesanzeiger. 2020. ist auf „Grundlage exzellenter Forschung und ihrer Ergebnisse regionale Partner in Innovationsnetzwerken zu verbinden, um damit neueste Technologien, wissenschaftliche Methoden und Instrumente schnellstmöglich in Anwendungen und Wertschöpfung zu überführen“.

Um ein derartiges System aufzubauen, systematisch weiterzuentwickeln und möglichst schnell von der Ideenfindung und -auswahl über Forschung und Entwicklung von niederschwelligen TRL auf höhere TRL-Levels und von dort zur Markteinführung innovativer Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen zu gelangen, greift IC4CES diese Herausforderungen mit einem innovativen Organisations- und Managementmodell auf (siehe Abbildung 6). Im Mittelpunkt des Kreismodells befindet sich die Netzwerkarbeit als Nukleus und Hebel für die organisatorische und managementseitige Umsetzung in der ersten Umsetzungsphase. Die Aufgaben umfassen u.a. internes Netzwerken und Gremienarbeit (Vernetzung der Projektpartner, Cluster-Board- und Beiratssitzungen), externes Netzwerken (Einbindung neuer Stakeholder aus der Region und Ausbau der Partnerstruktur, Austausch mit anderen Clustern und Initiativen), Öffentlichkeitsarbeit, die Organisation von Informationsaustausch, Cluster-Treffs und Kooperationsforen, das gerichtete Zusammenspiel der innovationsfördernden Maßnahmen sowie die organisatorische Weiterentwicklung des Clusters.

Netzwerkarbeit im Zentrum des Innovationsprozesses.

Innovationen werden zunehmend in transdisziplinären und wirtschaftlichen sowie sozialen Kontexten produziert. Daher adressiert die Kreisdarstellung auch den vorbereitenden dynamischen Clusterentwicklungsprozess hin zu einer „Quadruple Helix“, die aus vier einzelnen Helices – Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik – besteht

8Galvão, A., Mascarenhas, C., Gouveia Rodrigues, R., Marques, C. S., und Leal, C. T. A quad-ruple helix model of entrepreneurship, innovation and stages of economic development. Re-view of International Business and Strategy 27, 2, 261–282. 2017.9Värmland County Administrative Board, Sweden. A Quadruple Helix guide for innovations. https://northsearegion.eu/media/5326/quadruple-helix-guide-version-20180612.pdf. (Zugriff 29.03.2022).. Hierzu werden die Partner aus den laufenden Projekten des IC4CES-Clusters (direkte Projektpartner) mit den assoziierten Partnern sowie den Stakeholdern aus Politik und Zivilgesellschaft (äußere Kreisschale) im Innovationsprozess systematisch verflochten.

 

IC4CES muss sich – im Gegensatz zu thematisch möglicherweise enger aufgestellten Clustern – aufgrund der Vielzahl existierender und prospektiver KI-Methoden und potenzieller Anwendungen im Energiesystem agil aufstellen. Dabei muss das Cluster bereit sein auf sich ständig verändernde politische, wirtschaftliche und technische Rahmenbedingungen und aktuelle Entwicklungen zu regieren.

Für eine dynamische und nachhaltigen Cluster-Entwicklung sieht IC4CES kurz-, mittel- und längerfristig folgende Maßnahmen vor:

  • Gemeinsame Drittmittelanträge. Die Vielzahl an Hochschulen und Unternehmen im Verbund sowie assoziierte Partner bilden hierfür den
    strategischen Kompetenz-Multiplikator.
  • Zusammenarbeit mit weiteren Hochschulen und Forschungseinrichtungen (z. B. OFFIS-Institut für Informatik), An-Instituten und Unternehmen
  • Praxisorientierte Lehre und Wissenstransfer, z. B. in Seminaren und Laboren, um weiteren Nachwuchs auszubilden und die breite Kompetenz im Bereich der kognitiven Energiesysteme zu steigern
  • Einbindung von Unternehmen aller Größen – vom Konzern, über KMU bis zum Start-up
  • Vermittlung von Forschungsergebnissen und Beratung für den Gesetzgeber im Bereich KI
  • Übergang der TRL auf einen für Unternehmen notwendigen höheren Technologie-Reifegrad, dieser gewährleistet z.B. die Entwicklung und Umsetzung KI-getriebener Geschäftsmodelle
  • Ausgründungen/ Start-ups und Aufnahme lokaler Start-up-Inkubatoren
  • Schulungs- und Weiterbildungsaktivitäten
  • verstärkte Marketing- und PR-Aktivitäten, um das Thema, seine Lösungen und Folgen gesellschaftlich zu diskutieren und zu verankern
  • Etablierung einer anvisierten Konferenz auf internationaler Ebene zur weiteren Verstetigung mit Wissenschaft, Gesellschaft und Politik sowohl im regionalen nordhessisch/südniedersächsischen Raum als auch bundes- und europaweit.

Ziel von IC4CES-Clusters ist, durch seine langfristige und nachhaltige Etablierung substanziell zur Profilbildung und Festigung des Innovationsstandortes Deutschland im Bereich der Kognitiven Energiesysteme beizutragen.

Herausforderungen und Beiträge zu ihrer Lösung

Die Transformation des Energiesystems ist nicht nur eine große technische Herausforderung, sondern auch in vielfältiger Weise eine gesellschaftliche. Die Energiewende als „Jahrhundertprojekt“ 10Radtke, J. Das Jahrhundertprojekt der Nachhaltigkeit am Scheideweg. Zeitschrift für Politik-wissenschaft 30, 1, 97–111. 2020. bringt durch ihren komplexen Charakter eine Vielzahl von Infrastrukturprojekten mit sich, die teilweise umstritten sind und zunehmend zu sozialen Konflikten führen. Zudem spielen in der Gesellschaft Sorgen um den Natur- und Gesundheitsschutz eine zentrale Rolle 11Hoeft, C., Messinger-Zimmer, S., und Zilles, J. Bürgerproteste in Zeiten der Energiewende. Lokale Konflikte um Windkraft, Stromtrassen und Fracking. transcript Verlag. 2017.. Obwohl die allgemeinen Zustimmungswerte zu den Zielen der Energiewende seit Jahren hoch sind, zieht die Bevölkerung im aktuellen „Sozialen Nachhaltigkeitsbarometer der Energie- und Verkehrswende“ eine negative Bilanz der Umsetzung und beurteilt die Energiewende als „zu teuer, bürgerfern, wenig verständlich, ungeplant und ungerecht“ 12Wolf, I., Fischer, A.-K., und Huttasch, J.-H. Soziales Nachhaltigkeitsbarometer der Energie-und Verkehrswende 2021: Kernaussagen und Zusammenfassung der wesentlichen Ergeb-nisse. IASS Potsdam, Potsdam. 2021.. Sollte sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen, ist zu befürchten, dass dadurch nicht unerhebliche gesellschaftliche Fliehkräfte freigesetzt werden.

Der breitere Einsatz von KI im Energiesystem hat zusätzlich tiefgreifende Auswirkungen auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Bereiche 13Hoeft, C., Messinger-Zimmer, S., und Zilles, J. Bürgerproteste in Zeiten der Energiewende. Lokale Konflikte um Windkraft, Stromtrassen und Fracking. transcript Verlag. 2017.. Der Einsatz von KI im Energiesystem kann die Energiewende wesentlich voranbringen, da die neue Herausforderung einer intermittierenden und dezentral organisierten Energie-Einspeisung damit besser bewältigt werden kann. Zudem kann KI die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende erhöhen. Durch sie kann auf verschiedene Weisen Kosten gesenkt werden (Heben von Einspar- und Effizienzpotenzialen, günstigere und bessere Anpassung der Energienachfrage an das Energieangebot in Industrie, Unternehmen und Haushalten), die Natur besser geschützt werden und idealerweise Teile des Netzausbaus durch automatisierten systemdienlichen Datenaustausch zwischen Verteil-, Übertragungsnetz- und Speicherbetreibern, Prosumer:innen und Verbraucher:innen reduziert werden. Dies birgt bei kreativem Einsatz von KI zudem die Chance, dass die Energiewende insgesamt als gerechter wahrgenommen wird, indem beispielsweise transparenter wird, welche Regionen besonders viel zur Erzeugung erneuerbarer Energien beitragen und dies an günstigere Energiekosten gekoppelt wird. Insgesamt hat ein durch Methoden der KI intelligenteres Energiesystem das Potential, dass die Energiewende schneller vorangeht, was insbesondere mit Blick auf die gesetzten Klimaziele dringend geboten ist.

Der Einsatz von KI birgt aber auch viele Risiken und befördert gesellschaftliches Misstrauen, insbesondere bei den Themen Datenschutz, datenmächtige Konzerne, IT-Sicherheit, der Nachvollziehbarkeit von KI-Entscheidungsfindungen und der Konstruktionen von KI-Modellen. Entscheidend wird daher sein, dass die Bevölkerung Vertrauen in den Einsatz von KI in kritischen Infrastrukturen aufbaut. Dies kann durch offene und transparente Kommunikation, auch über Risiken, sowie eine enge Einbindung und Schulung von Kommunen gelingen. Die Risiken bezüglich Sicherheit oder Datenschutz, die sich aus der intensivierten Nutzung von KI im Energiesystem ergeben, müssen „durch kluge politische Rahmenbedingungen“ 14Zimmermann, H. und Frank, D. Künstliche Intelligenz für die Energiewende: Chancen und Ri-siken. Germanwatch e.V. 2019. reduziert werden. Hier wird IC4CES fachlich fundierte politische Beratung beisteuern (s.a. KPI Policy Development). Auch kann der verstärkte Einsatz von KI negative soziale Folgen mit sich bringen, etwa durch den Wegfall von Arbeitsplätzen. Hier bedarf es einer Politik des sozialen Auffangens durch Umschulungen und Weiterbildungen. Diese werden explizit im Modul TC4CES konkretisiert und umgesetzt. Weiterhin adressiert das Innovationscluster IC4CES gesellschaftliche Herausforderungen, z.B. durch die Einbindung lokaler Stakeholder und die wirtschaftliche Stärkung der Clusterregion, die zu mehr Wissen und damit höherer Akzeptanz von KI im Energiesystem führt. Als Quintessenz des Beitrages von IC4CES zu gesellschaftlichen Herausforderungen gilt für alle laufenden und zukünftigen Projekte des Clusters, dass soziale und gesellschaftliche Folgen konsequent beim Einsatz von KI im Energiesystem inhärent mitgedacht werden. So wird die Energiewende nicht „das Projekt der Anderen“, sondern zum „Gemeinschaftswerk“ 15Kompetenzzentrum Kognitive Energiesysteme. Spotlights. https://kognitive-energie-sys-teme.de/spotlights/. (Zugriff 30.03.2022)..

Standort und regionaler Mehrwert

Die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine Tageszeitung (HNA) erreicht Menschen über die Landesgrenzen hinweg und spiegelt das Zusammengehörigkeitsgefühl der Region wider. Das regionale Innovationscluster IC4CES setzt einen weiteren Akzent bei dieser bundesländerübergreifenden Zusammenarbeit. Neben der direkten Nachbarschaft im nordhessisch-südniedersächsischen Grenzgebiet ist auch die Struktur – ländlich geprägter Raum mit den jeweiligen Oberzentren Göttingen und Kassel, beidseitig renommierte wissenschaftliche Einrichtungen und eine Vielzahl innovativer Unternehmen – ähnlich. Durch die strategische Auswahl der Projektpartner und deren vertrauensvolle Kooperation können die beiden Regionen weiter zusammenwachsen. Das große Interesse am Projekt und dem Zusammenwachsen der Region wird insbesondere durch die Vielzahl der interessierten und assoziierten Partner (Letters of Intent) deutlich. Die wissenschaftliche Exzellenz gepaart mit der unternehmerischen Stärke beider Oberzentren im Wachstumsfeld KI stellt in Verbindung mit Energie damit die ideale Grundlage für das regionale Innovationsnetzwerk IC4CES mit seinen langfristig angelegten, strategiegeleiteten Strukturen dar. Dadurch wird ein ideales Umfeld für einen erfolgreichen Transfer aus der Forschung in die Anwendung geboten. IC4CES kann somit als Treiber für „KI im Energiesystem“ agieren. Die Vision ist dabei, aus der Region heraus das Profil des Innovationsstandortes Deutschland in der Zukunft mitzuprägen und so einen substanziellen Beitrag zu Lösungen für globale Herausforderungen zu liefern.

Partnerstruktur

IC4CES liefert im Kontext der Kognitiven Energiesysteme unter Einsatz der KI einen essenziellen Beitrag nach dem Motto „Deutschland für Krisen stärken und zukunftssicher machen”. Um diese Ziele zu erreichen, verfügt das Cluster bereits jetzt über ein exzellentes Konsortium mit Partnern aus Grundlagenforschung, anwendungsorientierter Forschung, regionalen Netzwerken und der Wirtschaft. Dabei bestehen zwischen einzelnen Partnern langjährige Kooperationen, die gestärkt werden. Außerdem werden neue Kooperationen, insbesondere zwischen den Regionen Nordhessen und Südniedersachsen, etabliert.

Kontakt und Koordination

Koordination

Prof. Dr. Bernhard Sick

Universität Kassel, Intelligente Eingebettete Systeme

E-Mail: bsick@uni-kassel.de

Quellenangaben
  • 1
    Schultz, S. Angriffskrieg auf Ukraine: Regierung will 100 Prozent Ökostrom bis 2035. DER SPIEGEL (Feb. 2022). 2022.
  • 2
    Lindner zu Krieg in der Ukraine: Erneuerbare Energien sind „Freiheitsenergien“ – Lauterbach stimmt zu. RND RedaktionsNetzwerk Deutschland (Feb. 2022). 2022.
  • 3
    Bremm, S., Linh Le, B., Riechers, L., Mix, L., und Bendjebbour, Y. Künstliche Intelligenz für die Energiewirtschaft. BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. 2020.
  • 4
    Kratochwill, L., Richard, P., Babilon, L., Rehmann, F., Mamel, S., und Fasbender, S. Künstli-che Intelligenz – vom Hype zur energiewirtschaftlichen Realität. Vertiefte Analyse von KI-An-wendungsfeldern in der Energiewirtschaft. dena-ANALYSE. Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena). 2020.
  • 5
    Menke, J.-H., Dipp, M., Liu, Z., Ma, C., Schäfer, F., und Braun, M. Applications of Artificial Neural Networks in the Context of Power Systems. In Artificial Intelligence Techniques for a Scala-ble Energy Transition, M. Sayed-Mouchaweh, Ed. Springer International Publishing, Cham, 345–373. 2020.
  • 6
    Bremm, S., Linh Le, B., Riechers, L., Mix, L., und Bendjebbour, Y. Künstliche Intelligenz für die Energiewirtschaft. BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. 2020.
  • 7
    Richtlinie zur Förderung von regionalen Innovationsnetzwerken: „Zukunftscluster-Initiative“ (Clusters4Future). BAnz AT 16.11.2020 B6. In Bundesanzeiger. 2020.
  • 8
    Galvão, A., Mascarenhas, C., Gouveia Rodrigues, R., Marques, C. S., und Leal, C. T. A quad-ruple helix model of entrepreneurship, innovation and stages of economic development. Re-view of International Business and Strategy 27, 2, 261–282. 2017.
  • 9
    Värmland County Administrative Board, Sweden. A Quadruple Helix guide for innovations. https://northsearegion.eu/media/5326/quadruple-helix-guide-version-20180612.pdf. (Zugriff 29.03.2022).
  • 10
    Radtke, J. Das Jahrhundertprojekt der Nachhaltigkeit am Scheideweg. Zeitschrift für Politik-wissenschaft 30, 1, 97–111. 2020.
  • 11
    Hoeft, C., Messinger-Zimmer, S., und Zilles, J. Bürgerproteste in Zeiten der Energiewende. Lokale Konflikte um Windkraft, Stromtrassen und Fracking. transcript Verlag. 2017.
  • 12
    Wolf, I., Fischer, A.-K., und Huttasch, J.-H. Soziales Nachhaltigkeitsbarometer der Energie-und Verkehrswende 2021: Kernaussagen und Zusammenfassung der wesentlichen Ergeb-nisse. IASS Potsdam, Potsdam. 2021.
  • 13
    Hoeft, C., Messinger-Zimmer, S., und Zilles, J. Bürgerproteste in Zeiten der Energiewende. Lokale Konflikte um Windkraft, Stromtrassen und Fracking. transcript Verlag. 2017.
  • 14
    Zimmermann, H. und Frank, D. Künstliche Intelligenz für die Energiewende: Chancen und Ri-siken. Germanwatch e.V. 2019.
  • 15
    Kompetenzzentrum Kognitive Energiesysteme. Spotlights. https://kognitive-energie-sys-teme.de/spotlights/. (Zugriff 30.03.2022).